Ernährungsinitiative im freien Fall: Wie aus einem Patt in vier Wochen ein Debakel wurde
Von 47 auf 33 Prozent Ja in vier Wochen: Die Ernährungsinitiative stürzt in den Umfragen ab. Woran sie scheitert, wer sie fallen liess und warum das Problem mit einem Nein nicht verschwindet.

Vier Wochen können in der direkten Demokratie eine Ewigkeit sein. Mitte August lag die Ernährungsinitiative in der ersten SRG-Trendumfrage bei 47 Prozent Ja gegen 49 Prozent Nein, ein statistisches Patt. SRF titelte, die Initiative starte «mit Patt in den Abstimmungskampf». In der zweiten Welle, publiziert am 16.09.2026, sind davon 33 Prozent übrig. 64 Prozent wollen Nein stimmen. Ein Verlust von 14 Prozentpunkten in weniger als einem Monat ist selbst für eine Volksinitiative, die erfahrungsgemäss im Verlauf des Abstimmungskampfs an Boden verliert, ein aussergewöhnlicher Einbruch.
Wer verstehen will, was am 27. September an der Urne geschieht, muss deshalb weniger fragen, ob die Initiative scheitert. Interessanter ist, woran sie scheitert, wer sie fallen liess und was von ihrem Anliegen übrig bleibt, wenn die Plakate abgehängt sind. Denn das Problem, das sie benennt, verschwindet mit einem Nein nicht: Der Netto-Selbstversorgungsgrad der Schweiz ist 2024 auf 42 Prozent gefallen, so tief wie seit Jahren nicht.
Die Anatomie eines Absturzes
Die Zahlen der zweiten SRG-Welle beruhen auf 12’916 Stimmberechtigten, befragt zwischen dem 2. und dem 9. September, bei einem Fehlerbereich von plus/minus 2,8 Prozentpunkten. Der Befund ist damit weit ausserhalb jeder statistischen Unschärfe. Gleichzeitig hat sich die Meinungsbildung verfestigt: 71 Prozent geben eine feste Stimmabsicht an, elf Punkte mehr als im August. 86 Prozent der Befragten rechnen mit einer Ablehnung.
Bemerkenswert ist, dass die SRG-Umfrage mit ihrem Patt von Anfang an allein stand. Die Erhebung von LeeWas für 20 Minuten und Tamedia sah die Initiative schon Mitte August bei 31 Prozent Ja und 65 Prozent Nein. In der zweiten Welle vom 9. und 10. September weist 20 Minuten 29 Prozent Ja und 69 Prozent Nein aus. YouGov mass im August 37 Prozent Ja und 52 Prozent Nein, in der ersten Septemberhälfte noch 29 Prozent Ja gegen 65 Prozent Nein. Drei Institute, drei Methoden, ein Bild: Die Vorlage liegt inzwischen überall bei rund einem Drittel.

| Umfrage | Zeitraum | Ja | Nein |
|---|---|---|---|
| SRG / gfs.bern, 1. Welle | 03. bis 16.08.2026 | 47 % | 49 % |
| SRG / gfs.bern, 2. Welle | 02. bis 09.09.2026 | 33 % | 64 % |
| LeeWas (20 Minuten / Tamedia), 1. Welle | 12. und 13.08.2026 | 31 % | 65 % |
| LeeWas (20 Minuten / Tamedia), 2. Welle | 09. und 10.09.2026 | 29 % | 69 % |
| YouGov, August | 03. bis 17.08.2026 | 37 % | 52 % |
| YouGov, September | 31.08. bis 14.09.2026 | 29 % | 65 % |
Wo die Stimmen verloren gingen
Aufschlussreich ist der Blick in die Parteilager. Im August sagten laut gfs.bern 64 Prozent der SP-Sympathisanten Ja, im September noch 49 Prozent. Bei der GLP fiel die Zustimmung von 55 auf 42 Prozent. Selbst an der Basis der Grünen, die mit 78 Prozent weiterhin klar zustimmt, bröckelte der Rückhalt um sechs Punkte. Bei Mitte (22 Prozent Ja), SVP (17 Prozent) und FDP (12 Prozent) war ohnehin nie viel zu holen.
Das Muster ist typisch für linke und ökologische Initiativen: Die Sympathie für das Ziel ist breit, die Bereitschaft, dafür einen konkreten Verfassungstext zu schlucken, schmal. Die Argumente der Befürworter bleiben populär. 78 Prozent finden laut der zweiten SRG-Welle, das Grundwasser müsse besser geschützt werden, 71 Prozent halten die Versorgungssicherheit für ein berechtigtes Anliegen. Doch 74 Prozent halten zugleich das Ziel von 70 Prozent Selbstversorgung innert zehn Jahren für unrealistisch. Lukas Golder, Co-Leiter von gfs.bern, fasste es gegenüber SRF so: «Die Initiative scheitert an den weitgehenden Forderungen: dem Tempo und dem hohen Grad der Selbstversorgung.»

Auch der Geschlechtergraben, der im August noch die Hoffnung der Initianten nährte, hat sich eingeebnet. Damals sagten 55 Prozent der Frauen Ja, heute sind es 38 Prozent, bei den Männern 28 Prozent. Unter den Stimmberechtigten bis 39 Jahre liegt die Zustimmung bei 39 Prozent. Unter den von SRF publizierten Gruppen findet die Vorlage nur noch an der Basis der Grünen eine Mehrheit.
Eine Initiative ohne Verbündete
Dass ein Anliegen im Parlament keine Mehrheit findet, ist der Normalfall einer Volksinitiative. Dass es keine einzige Stimme erhält, ist selten. In den Schlussabstimmungen lehnte der Nationalrat die Initiative mit 194 zu 0 Stimmen ab, der Ständerat mit 44 zu 0. Ein direkter Gegenentwurf von SP, Grünen und GLP, der die Umweltziele ohne die starre Selbstversorgungsquote in die Verfassung schreiben wollte, scheiterte im Nationalrat mit 73 zu 121 Stimmen.
Schwerer wiegt, dass auch das eigene Lager auf Distanz ging. Die Grünen Schweiz beschlossen Stimmfreigabe, weil zwar die Stossrichtung stimme, Teile der Initiative in der Umsetzung aber nicht überzeugten. Die SP sagt Nein, die GLP ebenfalls. Pro Natura empfiehlt ein Nein, Greenpeace hat sich auf Stimmfreigabe zurückgezogen, der Vorstand von Bio Suisse fasst keine Parole. Marcel Liner, Dossierverantwortlicher bei Pro Natura, begründete die Distanz im «Schweizer Bauer» mit einem Satz, der im Ja-Lager noch lange nachhallen dürfte: «Für uns wurde zum Problem, dass sich Frau Herren zu keinem Zeitpunkt um eine breite Allianz mit anderen Akteuren bemüht hat.»

| Parole | Parteien und Organisationen |
|---|---|
| Ja | Junge Grüne, PdA, Swissveg, Tier im Fokus, KlimaSeniorinnen |
| Stimmfreigabe | Grüne Schweiz, Greenpeace |
| Keine Parole | Bio Suisse (Vorstand) |
| Nein | SVP, FDP, Die Mitte, SP, GLP, EVP, EDU, Schweizer Bauernverband, Gewerbeverband, Pro Natura, GastroSuisse, HotellerieSuisse, Swiss Retail Federation, Berggebiete (SAB) |
Hinzu kommt das Geld. Gemäss den bei der Eidgenössischen Finanzkontrolle gemeldeten Budgets, über die SRF Ende August berichtete, stehen den Befürwortern 720’000 Franken zur Verfügung, den Gegnern 1,63 Millionen Franken, finanziert vor allem von Fleisch- und Milchbranchenverbänden, den Eierproduzenten und dem Bauernverband. Eine Übermacht von gut zwei zu eins ist im Schweizer Abstimmungskampf allerdings nichts Ungewöhnliches. Sie erklärt den Absturz nicht allein.
Das Schlagwort, das die Debatte kaperte
Entscheidender war, dass es den Gegnern gelang, die Deutungshoheit zu übernehmen. Die Initiative verlangt, dass der Bund einen Netto-Selbstversorgungsgrad von mindestens 70 Prozent anstrebt, insbesondere durch die Förderung einer vermehrt pflanzlichen Ernährung. Von einem Verbot steht im Text nichts. Martin Rufer, Direktor des Bauernverbands, brachte dennoch früh jene Formel in Umlauf, die den Abstimmungskampf prägte. In der «BauernZeitung» sagte er Ende 2025: «Keine Nutztiere heisst keine tierischen Lebensmittel und das bedeutet mehrheitlich eine vegane Ernährung für alle.»
Der «Vegan-Zwang» war geboren. Er hielt sich, obwohl selbst der zuständige Bundesrat ihn nicht mittragen mochte. Bundespräsident Guy Parmelin stellte in der «Arena» von SRF Anfang September klar: «Die Initiative verbietet niemandem, Fleisch zu essen.» Die Zuspitzung wirkte trotzdem. Golder formulierte es nach der ersten Umfrage trocken: «Die Menschen wollen keine Essensvorschriften.»
Unfair ist die Zuspitzung, frei erfunden ist sie nicht. Die Botschaft des Bundesrats stützt sich auf eine Modellrechnung der Forschungsanstalt Agroscope. Danach wären für 70 Prozent Selbstversorgung rund 70 Prozent weniger Fleischkonsum, etwa halbierte Tierbestände, vor allem bei Schweinen und Mastgeflügel, sowie rund 70 Prozent mehr Brotgetreide nötig. Das ist kein Verbot, aber ein Umbau, der in zehn Jahren nur mit massivem staatlichem Druck auf Produktion und Konsum zu erreichen wäre. Genau so argumentiert der Bundesrat im Abstimmungsbüchlein: Die Initiative gehe zwar in die richtige Richtung, wolle aber viel zu viel in zu kurzer Zeit.

Das Problem bleibt: 42 Prozent
Wer die Initiative nur als gescheitertes Projekt einer Einzelkämpferin abhakt, macht es sich zu einfach. Der Befund, von dem sie ausgeht, ist amtlich. Netto, also nach Abzug jener tierischen Produktion, die auf importiertem Futter beruht, deckte die Schweiz 2024 noch 42 Prozent ihres Kalorienbedarfs selbst. 2020 waren es 49 Prozent. Brutto fiel der Wert 2024 auf 50 Prozent. Einzelne Erntejahre schwanken, der Trend aber zeigt seit Jahren nach unten, während die Bevölkerung seit der Jahrtausendwende von 7,2 auf über 9 Millionen Menschen gewachsen ist.

Der Bundesrat selbst will in seinem Zukunftsbild 2050, dass die inländische Produktion netto mehr als die Hälfte zur Versorgung beiträgt. Zwischen diesem Ziel und den 70 Prozent bis 2036, die die Initiative verlangt, liegt die ganze politische Distanz dieser Abstimmung. Markus Ritter, Präsident des Bauernverbands und Mitte-Nationalrat, erinnerte in der «Arena» daran, dass die Schweiz einen derart hohen Wert letztmals im Zweiten Weltkrieg erreicht habe, mit damals rund 4,5 Millionen Einwohnern und deutlich mehr Kulturland.
Auch die ökologische Diagnose der Initianten ist kaum bestritten. Von den 23 Unterzielen der Umweltziele Landwirtschaft, die der Bund 2008 festgelegt hat, ist laut Botschaft des Bundesrats kein einziges vollständig erreicht. Die Stickstoffverluste liegen bei rund 90’000 Tonnen pro Jahr, nötig wäre eine Reduktion um mindestens 25’000 Tonnen. Der vom Parlament beschlossene Absenkpfad verlangt minus 15 Prozent bis 2030, erreicht waren im Mittel der Jahre 2020 bis 2022 erst 7,6 Prozent. 80 Prozent des Schweizer Trinkwassers stammen aus Grund- und Quellwasser. Adrian Müller vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau sagte gegenüber SRF: «Eine Landwirtschaft, die weniger auf tierische Produktion setzt, würde deutlich weniger Treibhausgase ausstossen und die Umwelt weniger mit Ammoniak belasten.»
Pro: Vorsorge statt Schönwetterpolitik
Die Befürworter argumentieren mit der Logik der Krisenvorsorge. Ein Land, das netto weniger als die Hälfte seiner Kalorien selbst erzeugt und einen grossen Teil des Kraftfutters für Schweine und Geflügel importiert, sei in einer Welt gestörter Lieferketten verwundbar. «Es geht hier um unsere Sicherheit», sagte Franziska Herren in der «Arena». Auf Ackerflächen, die heute Tierfutter liefern, liessen sich pro Hektare ein Mehrfaches an Kalorien für Menschen erzeugen. Die ETH-Agronomin und Bäuerin Regula Züger brachte das Prinzip in der «BauernZeitung» auf die Formel: «Das Grasland gehört zu den Wiederkäuern, die Produkte des Ackerlandes gehören auf den Teller der Bevölkerung», also nicht in den Trog.
Hinzu kommt das Geldargument. Herren rechnet vor, dass von den rund 3,6 Milliarden Franken, die der Bund jährlich für die Landwirtschaft ausgibt, drei Viertel die tierische Produktion förderten. Die Botschaft des Bundesrats ordnet 12 Prozent der Mittel direkt und weitere 66 Prozent indirekt der Tierhaltung zu. Der Bauernverband bestreitet diese Zurechnung. Unbestritten ist: Der Staat lenkt die Landwirtschaft bereits heute mit Milliarden, die Frage ist nur, wohin.
Contra: Richtige Diagnose, falsche Therapie
Die Gegner bestreiten die Diagnose kaum, wohl aber die Therapie. Eine starre Quote mit Zehnjahresfrist in der Verfassung entwerte Investitionen in Ställe und Verarbeitungsbetriebe, die vielerorts noch nicht amortisiert sind. Die Mehrausgaben, mit denen der Bund die Umstellung abfedern müsste, könnten laut Botschaft «zum heutigen Zeitpunkt nicht beziffert werden», was bei einem Verfassungsauftrag dieser Tragweite für sich spricht. Für das Berggebiet, wo ausser Gras wenig wächst, ist die Tierhaltung keine Ideologie, sondern die einzige Nutzungsform.
Das stärkste Argument der Gegner ist ein ökonomisches: Wer die inländische Fleischproduktion drosselt, ohne dass die Konsumenten mitziehen, verlagert sie ins Ausland. Schon heute zeigt der Markt in diese Richtung. 2024 lag das Fleischangebot laut Proviande bei knapp 50 Kilogramm pro Kopf, die Importe stiegen laut «Schweizer Bauer» um 16 Prozent, der Inlandanteil sank von 82,9 auf 79,6 Prozent. Die Grüne Nationalrätin und Agronomin Christine Badertscher warnte in der WOZ, viele würden dann einfach billiges Fleisch im Ausland kaufen. SP-Ständerätin Franziska Roth nannte die Vorlage in der «Arena» unsozial und sagte: «Die Initianten haben das Herz am richtigen Fleck. Die Initiative will viel Gutes. Aber sie will etwas in die Verfassung schreiben, das nicht umsetzbar ist.» Und die Zürcher GLP-Ständerätin Tiana Angelina Moser hielt im Rat fest: «Die Initiative weist zurecht auf bestehende Probleme hin. Der Weg ist aber zu extrem.»
Das Muster der Agrarabstimmungen
Ein Blick zurück relativiert die Überraschung. Seit 2018 sind die grossen ökologischen Agrarinitiativen allesamt zwischen 31 und 40 Prozent Ja gelandet: Fair Food mit 38,7 Prozent, die Initiative für Ernährungssouveränität mit 31,6, die Trinkwasserinitiative, ebenfalls von Franziska Herren lanciert, mit 39,3, die Pestizidinitiative mit 39,4, die Massentierhaltungsinitiative mit 37,1, die Biodiversitätsinitiative mit 37,0 Prozent. Etwas besser schnitt 2018 nur die Hornkuh-Initiative mit 45,3 Prozent ab. Die einzige Agrarvorlage der letzten zehn Jahre, die triumphierte, war 2017 der Gegenentwurf zur Ernährungssicherheit mit 78,7 Prozent Ja: ein Text, den der Bauernverband selbst angestossen hatte und der niemandem wehtat.

Die Lehre daraus ist unbequem für beide Seiten. Wer die Landwirtschaft gegen die Bauern umbauen will, verliert. Wer sie mit den Bauern umbauen will, bekommt Texte, die wenig verändern. 2025 zählte das Bundesamt für Statistik noch 46’270 Landwirtschaftsbetriebe, 805 weniger als im Vorjahr, bei Direktzahlungen von knapp 2,8 Milliarden Franken. Der Strukturwandel findet statt, mit oder ohne Initiative.
Was nach dem 27. September kommt
Die eigentliche Auseinandersetzung beginnt nach dem Abstimmungssonntag. Der Bundesrat verweist auf die Agrarpolitik ab 2030, die sogenannte AP30+, in der er Ernährungssicherheit, Umweltziele und Einkommen der Betriebe neu austarieren will. Ein wuchtiges Nein wird der Bauernverband als Mandat lesen, in dieser Reform möglichst wenig zu ändern. Die Umweltverbände, die sich jetzt wegduckten, werden erklären müssen, mit welchem Hebel sie die verfehlten Umweltziele stattdessen erreichen wollen.
Das Risiko der Initianten liegt darin, dass ein Ergebnis um 30 Prozent nicht nur ihre Vorlage beerdigt, sondern das Thema auf Jahre hinaus. Das Risiko der Sieger liegt im Gegenteil: dass sie ein Nein zu einer überladenen Initiative mit einem Ja zum Status quo verwechseln. Laut gfs.bern nimmt die Stossrichtung, etwas für Klima, Wasser und Biodiversität zu tun, die Stimmung im Land durchaus auf.
Kommentar: Ein verdientes Nein, das niemanden freispricht
Die Ernährungsinitiative verdient ihr Schicksal. Wer eine Planzahl mit Zehnjahresfrist in die Verfassung schreiben will, ohne sagen zu können, was es kostet und wer es bezahlt, betreibt Politik nach dem Prinzip Hoffnung. Ein freiheitlicher Staat schreibt seinen Bürgern den Menüplan nicht vor, auch nicht indirekt über Quoten, Lenkung und umgeleitete Subventionen. Und eine Initiantin, die weder Umweltverbände noch Biobauern hinter sich zu scharen vermag, darf sich über 194 zu 0 im Nationalrat nicht wundern.
Nur: Das Nein ist kein Freispruch. Ein Land, das bei jeder Gelegenheit seine Souveränität beschwört, kann schlecht achselzuckend hinnehmen, dass es netto nur noch 42 Prozent seiner Kalorien selbst erzeugt und sein Geflügel mit Soja aus Übersee mästet. Wer Eigenverantwortung predigt, muss sie auch bei der Versorgung leben. Das geht ohne Planwirtschaft: mit Kostenwahrheit bei Stickstoff und Pflanzenschutz, mit Direktzahlungen, die Kalorien für Menschen nicht schlechter stellen als Kalorien für den Trog, dazu mit einem Grenzschutz, der ehrlich sagt, was er kostet. Der Bauernverband hat diese Abstimmung gewonnen, bevor sie stattfindet. Ob er daraus mehr macht als eine weitere Runde Besitzstandswahrung, wird sich an der AP30+ zeigen. Wenn nicht, steht die nächste Initiative schon bereit. Sie wird klüger formuliert sein.
Hintergrund zur Vorlage, zum Initiativtext und zu den Argumenten im Detail: «Kalorien aus eigenem Boden: Die Ernährungsinitiative will die Landwirtschaft umpflügen».
Quellen
- gfs.bern: 2. SRG-Trendumfrage zur Abstimmung vom 27.09.2026 und 1. SRG-Trendumfrage
- SRF: Ernährungsinitiative verliert deutlich an Zustimmung (16.09.2026)
- 20 Minuten: Beide Initiativen verlieren weiter Zustimmung (16.09.2026)
- Bundesrat: Dossier Ernährungsinitiative und BLW: Botschaft zur Volksinitiative (BBl 2025 2506)
- Swissvotes: Ernährungsinitiative, Parolen und Parlamentsabstimmungen
- SRF: Kampagnenbudgets (28.08.2026)
- «Schweizer Bauer»: Umweltverbände distanzieren sich (03.08.2026)
- «Schweizer Bauer»: Netto-Selbstversorgungsgrad sinkt auf 42 Prozent
- SRF: Wie die Initiative die Landwirtschaft verändern würde (11.09.2026)
- SRF: Abstimmungs-«Arena» vom 04.09.2026
- SRF: Ernährungsinitiative startet mit Patt in den Abstimmungskampf (21.08.2026)
- «Schweizer Bauer»: Nur SRG sieht knappes Rennen (Umfragen LeeWas und YouGov) und Cash / Keystone-SDA: Umfragen vom September
- «BauernZeitung»: Interview mit Martin Rufer (28.12.2025) und Ja-Komitee (05.07.2026)
- Parlament: Nationalrat lehnt Initiative und Gegenentwurf ab (17.12.2025) und Ständerat (17.03.2026)
- WOZ: Der nächste Fleischstreit (04.02.2026) und LID: Mehr Pflanzen, weniger Abhängigkeit
- «Schweizer Bauer»: 16 Prozent mehr Fleisch importiert und Proviande: Fleischangebot 2024
- BLW: Direktzahlungen 2025 und BFS: Landwirtschaftliche Strukturerhebung 2025



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